Leistungen im Rahmen der öffentlichen Bestellung
Vermessungsleistungen mit öffentlicher Bestellung
Bestimmte Vermessungsleistungen dürfen nur von öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren (ÖbVI) durchgeführt werden.
Diese Vermessungen sind Teil des amtlichen Vermessungswesens und dienen unter anderem der rechtssicheren Dokumentation von Grundstücken, Gebäuden und Grenzen.
Bei Mathes Ingenieure sind Jörg Mathes und Felix Mathes öffentlich bestellt. Die Bestellung erfolgt durch das HLBG (Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation). Als ÖbVI handeln sie als staatlich beliehene Unternehmer und führen hoheitliche Vermessungsleistungen im Auftrag des Landes durch.
Bescheinigungen und Gutachten
Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure erstellen Bescheinigungen und Gutachten zu verschiedenen vermessungsbezogenen Fragestellungen.
Gerichtsgutachten und Privatgutachten
Gutachten können beispielsweise erstellt werden zu Grundstücksgrenzen, Flächen sowie Liegenschaften.
Diese Gutachten können sowohl für gerichtliche Verfahren als auch für private Fragestellungen erstellt werden.
Bescheinigungen für Genehmigungsverfahren
In bestimmten Fällen werden vermessungstechnische Bescheinigungen im Rahmen von Bau- oder Genehmigungsverfahren benötigt.
Dies kann beispielsweise bei technischen Anlagen der Fall sein, etwa vor der Inbetriebnahme von Windenergieanlagen.
Hinweis
Die Leistungen im Rahmen der öffentlichen Bestellung stehen in engem Zusammenhang mit der öffentlichen Bestellung der Vermessungsingenieure.
Weitere Informationen dazu finden Sie im Bereich „Über uns“.
Katastervermessung
Ein zentraler Aufgabenbereich öffentlich bestellter Vermessungsingenieure ist die Katastervermessung.
Diese Vermessungen betreffen Grundstücke und Gebäude in Hessen und werden in das amtliche Liegenschaftskataster übernommen.
Amtliche Gebäudeeinmessung
Nach der Rohbaufertigstellung eines Neubaus oder einer baulichen Veränderung besteht für den Grundstückseigentümer eine gesetzliche Pflicht zur Gebäudeeinmessung.
Das neu errichtete oder veränderte Gebäude muss durch eine befugte Vermessungsstelle, beispielsweise einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur, vermessen und in das amtliche Liegenschaftskataster eingetragen werden. Dies dient der rechtssicheren und vollständigen Dokumentation des Gebäudebestands.
Zerlegungsvermessung
Wenn Teile von Grundstücken verkauft oder vererbt werden sollen, muss vorher eine Zerlegungsvermessung im amtlichen Liegenschaftskataster erfolgen. Sie dient der Vorbereitung der notwendigen Teilung im Grundbuch und des anschließenden Eigentumsübergangs.
Grenzfeststellung und Abmarkung
Die Grenzfeststellung dient der rechtssicheren Bestimmung von Grundstücksgrenzen.
Hierbei können Grenzen durch Abmarkungen dauerhaft vor Ort gekennzeichnet werden.
Dies ist insbesondere bei Bauvorhaben von Bedeutung.
Teil des Eigentumssicherungssystems
In Deutschland basiert die rechtliche Sicherung von Grundstückseigentum auf zwei zentralen Systemen: dem Grundbuch, geführt durch Notare und Gerichte und dem Liegenschaftskataster, geführt durch Katasterverwaltung und öffentlich bestellte Vermessungsingenieure.
Die Katastervermessung stellt sicher, dass Grundstücke und Gebäude korrekt dokumentiert sind.
Vereinigung und Verschmelzung
Die Vereinigung bedeutet das Zusammenlegen von Grundstücken im Grundbuch. Die Verschmelzung ist das anschließende Zusammenlegen von Flurstücken im amtlichen Liegenschaftskataster.
Beide sind beispielsweise wichtig für die Genehmigung von Neubauvorhaben.
Häufige Fragen zur öffentlichen Bestellung
Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure führen hoheitliche Vermessungsleistungen aus. Sie sind staatlich beliehene Unternehmer und arbeiten im amtlichen Vermessungswesen.
Katastervermessungen sind beispielsweise erforderlich bei der Teilung von Grundstücken, der Grenzfeststellung oder der Einmessung neuer Gebäude.
Nach Fertigstellung eines Gebäudes besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Gebäudeeinmessung. Dadurch wird das Gebäude im amtlichen Liegenschaftskataster erfasst.
Die Kosten für amtliche Gebäudeeinmessungen werden von allen Vermessungsstellen einheitlich nach der Verwaltungskostenordnung für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum vom 19. November 2012 (GVBl. S. 484, 2013 S. 44), in der aktuell gültigen Fassung berechnet.
Bemessungsgrundlage für die Höhe der Gebühren sind die durchschnittlichen Rohbaukosten des Gebäudes bzw. der baulichen Veränderung. Der Zeitaufwand für die örtliche Messung oder andere Faktoren wie z. b. die Anfahrtszeit spielen dabei keine Rolle.
Die durchschnittlichen Rohbaukosten je m³ Brutto-Rauminhalt werden von der Obersten Bauaufsichtsbehörde im Staatsanzeiger des Landes Hessen veröffentlicht.
Beispielberechnung:
Gebäudeeinmessung für ein Einfamilienwohnhaus mit einem Brutto-Rauminhalt (Länge x Breite x Höhe des Gebäudes) von 803 m³.
Gemäß der aktuellen Bekanntmachung nach der VwKostO-MWVW im Staatsanzeiger, betragen die durchschnittlichen Rohbaukosten für ein Einfamilienwohnhaus 232,00 € je m³.
Berechnung der durchschnittlichen Rohbausumme:
803 m³ x 232,00 €/m³ = 186.296,00 €
Die Gebühren für die Gebäudeeinmessung setzen sich aus der örtlichen und häuslichen Bearbeitung (71171) zusammen.
Zur Übersicht ist der maßgebende Abschnitt aus der Verwaltungskostenordnung beigefügt. Der Betrag nach 71171 ist umsatzsteuerpflichtig.
Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen
| 7117 | Einmessung von Gebäuden oder baulichen Veränderungen an Gebäuden | |
|---|---|---|
| 71171 | örtliche und häusliche Bearbeitung | Anlage 2, Staffel C, Spalte 3 |
| 71172 | Übernahme in das Liegenschaftskataster und Erteilung eines Kartenauszuges, der den neuen Gebäudebestand enthält | Anlage 2, Staffel C, Spalte 4 |
Anlage 2, Staffel C
| Zeile | Wert des Gebäudes oder der baulichen Veränderung (Rohbausumme) bis unter EUR | Gebäudeeinmessung EUR | Übernahme in das Liegenschaftskataster EUR |
|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 |
| 1 2 3 4 5 6 7 8 9 | 10 000 25 000 50 000 150 000 250 000 375 000 500 000 1 000 000 1 500 000 | 405 550 740 990 1445 1850 2165 3055 3935 | 25 60 100 185 220 275 325 380 430 |
In unserem Beispiel liegen wir mit der berechneten durchschnittlichen Rohbausumme von 186.296 € für Pos. 71171 in der Anlage 2, Staffel C, Spalte 3 also in der Zeile 5 (Rohbausumme bis 250.000 €)
Beispiel der Gebühren für die Gebäudeeinmessung:
Rohbausumme bis unter 250.000 € = 1.445,00 € zzgl. USt.
Die Übernahmegebühr nach 71172 wird separat vom zuständigen Amt für Bodenmanagement bei Ihnen angefordert und ist umsatzsteuerfrei.
In unserem Beispiel liegt die Gebühr in der Anlage 2, Staffel C, Spalte 4, in der Zeile 4 bei 220,00 €.